Christliche Kultur Äthiopiens
Geschichte
Legende Kebra Nägast

Das besondere Selbstverständnis der äthiopischen orthodoxen Kirche

Die Äthiopier begünden ihr besonderes Selbstverständnis als Neues Volk Gottes in einer Legende: Das „Kebra Nägast“ erzählt die Geschichte der Stammutter des salomonischen Dynastie, der Königin von Saba; sie reiste nach Jerusalem zu König Salomo und kehrte mit dem gemeinsamen Sohn Menilek zurück. (Die Bibel berichtet von diesem Besuch in 1 Kön 10,1-10; 1 Chr 9,1-9) Menilek suchte später als junger Mann seinen Vater in Jerusalem auf und brachte viele gläubige Juden, Priester des Tempels und die Bundeslade mit nach Äthiopien, die nach äthiopischer Tradition noch heute in der Kirche Maryam Seyon in Aksum aufbewahrt wird. In der äthiopischen Kirche gibt deutliche jüdische Einflüsse, so in der Aufteilung des Kirchenbaus, dem „Tabot“ - einer Nachbildung der Gesetzestafeln Moses, die das Allerheiligste einer äthiopischen Kirche darstellen, den Fastengesetzen und auch in der Symbolik seiner sakralen Kunst. Das christliche Äthiopien versteht sich als ein „Neues Volk Gottes“ und sieht in Aksum ein „Neues Jerusalem“ und in Maria die „Neue Bundeslade“.

A. Marx u. F. Dworschak im März 2007

Kirche Maryam Seyon in Aksum

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