Christliche Kunst aus Äthiopien
Buch- und Maltradition
Schutzrollen
Krankheiten stellen eine große Bedrohung im Leben der Menschen in Äthiopien dar. Die äthiopische Tradition deutet Krankheit auch als ein Werk von Dämonen und versucht, deren Macht zu beeinflussen. Die Äthiopische Orthodoxe Kirche selbst kennt und praktiziert das Gebet über den Kranken.

Viele jedoch unterscheiden nicht zwischen Magie und Glaube. Die traditionelle Medizin kennt neben einer verbreiteten Pflanzenmedizin auch den Einsatz der Kraft des Wortes, das über die Dämonen triumphieren soll. Fromme Äthiopier holen sich gegen die Krankheit Christus zu Hilfe:

Verfluchungen der Dämonen und Gebete um Schutz durch die Kraft Christi, die den Geistern und Engelmächten gebietet, werden auf einer Schutzrolle aus Pergament für den erkrankten Menschen geschrieben: bis heute ist es verbreitete Praxis. Eine solche Schutzrolle ist ein Amulett, das am Körper getragen wird. Im Falle einer Erkrankung wird sie im Hause des Erkrankten ausgerollt aufgehängt und laut aus ihr gebetet.

Es gibt auch Rollen, die einen rein magischen Inhalt haben.Viele tragen auch kleine Hand geschriebene Texte auf einer kleinen Lederrolle in einer Lederhülle als Amulette.

Bild rechts: Junge mit Amulett oder auch zur Aufnahme einer kleinen Amulettrolle

Bild unten : Diese Schutzfigur ist einer großen Schutzrolle entnommen: So wie der Maler die Figur mit Mustern eingehüllt hat, soll Gottes Schutz die Besitzerin der Rolle, die in der Beschriftung genannt wird, umschließen.

Weitere Schutzrollen vollständig abgebildet im pdf-Format:
Rolle 1 (808 kB)
Rolle 2 (232 kB)
Rolle 3 (568 kB)
Rolle 4 (640 kB)
Rolle 5 (816 kB)
Rolle 6 (612 kB)
Rolle 7 (644 kB)

A. Marx u. F. Dworschak im März 2007

Schutzengel
So soll die Trägerin der Rolle vom Schutz Gottes umgeben sein
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