Christliche Kultur Äthiopiens
Maltradition
Wandmalerei
Im Unterschied zur Fresko-Malerei malt man in Äthiopien nicht in den feuchten Putzuntergrund, sondern klebt für ein Wandgemälde zuerst eine textile Schicht (Baumwollgewebe) auf die Wand einer Kirche. Dann bringt man Mehlleim (sendé muq) auf, in welchem man Aloesaft (rét) oder gäbar embway (Solanum marginatum) einarbeitet, um Parasiten fernzuhalten. Auf diese Grundierung wird Saft des einheimischen Olivenbaumes (Olea africana) aufgetragen, darauf werden die Konturen mit Holzkohle vorgezeichnet und schließlich mit Pinsel und Farbe die einzelnen Flächen ausgefüllt.

Sehr frühe Zeugnisse befinden sich z.B. in der Kirche Beta Maryam in Lalibela, in Gennete Maryam; aus der frühen Gondar-Zeit in der Gegend um Gondar. Viele Kirchen, die heute Touristen besuchen, sind im späten 19. oder frühen 20. Jh. ausgemalt worden. Hier fällt das besonders leuchtende Blau auf, bei dem es sich um synthetisches Ultramarin* handelt, das aus Frankreich und Deutschland kam.

Viele Malereien sind zerstört und/oder werden einfach übermalt, womit die alten Kulturzeugnisse zumeist unwiederbringlich verloren gehen.

*)Marx, Annegret, Blau aus der Waschküche: Wege einer Farbe nach Äthiopien
AETHIOPICA, 4: 158–168; (2001)

A. Marx u. F. Dworschak im März 2007

Bund der Barmherzigkeit
(Kidane Meherat),
20. Jh.
Szenen der Flucht nach Ägypten und Marienleben, 20. Jh.

Die beiden beiden Beispiele stammen aus derr Kirche Ura Kidane Meherat am Tanasee, die von vielen Touristen besucht wird.

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