Auferstehung - Bibeltext

Die Botschaft des Engels im leeren Grab: Mk 16,1-8a

Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging. Sie sagten zueinander: wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? Doch als sie hinblickten, sahen sie, daß der Stein schon weggewälzt war. er war sehr groß. Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr. Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. er is auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte. Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.

Mt 28,1-10; Lk 24,1-12; Joh 20,1-13

Im Apostolischen Glaubensbekenntnis heißt es:

• gelitten unter Pontius Pilatus,
• gekreuzigt, gestorben und begraben,
• hinabgestiegen in das Reich des Todes,
• am dritten Tage auferstanden von den Toten...

Über die tatsächliche Auferstehung gibt es keine Augenzeugenbrichte. Deshalb stellten sich die Menschen vor, was während der Zeit der Grabesruhe mit Jesus geschah. Im apokryphen Nikodemusevangelium wird diese Zeit „hinabgestiegen in das Reich des Todes“ bildhaft beschrieben.
In den Kirchen der Orthodoxie ist die Auferstehung des Herrn, die „Anastasis“, nach seiner Höllenfahrt ein zentrales Bild des Glaubens. Da das Erzählgut der apokryphen Evangelien in der äthiopischen Volksfrömmigkeit eine große Rolle spielt, folgt die Darstellung dieser Ikone dem Bericht des Nikodemusevangeliums.
Dieses berichtet vom Warten der Verstorbenen in der Unterwelt, allen voran Adam und Eva, und den Patriarchen (stellvertretend für die gesamte Menschheit): Seit Anbeginn der Erde bis zu Jesu Tod haben sie 5.500 Jahre auf die Erlösung gewartet. Nach dieser Zeit sollte der Menschgewordene, eingeborene Sohn Gottes in das Reich der Unterwelt, das Reich des Satan und des Hades, hinabsteigen, um die Toten mit Wasser und Heiligem Geist zu taufen; dann sollte er mit ihnen aus der Unterwelt emporsteigen zum Paradies und den Urvater Adam und alle Gerechten dem Erzengel Michael, dem Wächter des Paradieses, übergeben.

Deutung zur Ikone

Auf den dunklen, am Boden in Flammen liegenden Gestalten von Satan und Hades, den Herren der Unterwelt, steht Jesus. Mit weit geöffneten Augen zwingt er den Blick des Betrachters zu sich. Eine Hand hat er zum Segensgestus erhoben, mit der anderen Hand umfaßt er die Siegesfahne. Zwei nackte Menschlein, Adam und Eva , steigen aus den Pforten der Hölle; sie halten sich am Gewand Jesu fest: Stellvertretend für die gesamte Menschheit nehmen sie teil an der Überwindung des Todes. Im Hintergrund bläst der Erzengel Michael die Posaune und der Engel Gabriel erhebt in anbetender Geste seine Hände. Das Paradies ist wieder weit offen.

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