Kreuzweg und Kreuzigung - Bibeltext
Joh 19, 16b-27

Sie übernahmen Jesus; er trug sein Kreuz und ging hinaus zu dem Platz, der Schädel genannt wird; auf hebräisch heißt er Golgota. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte Jesus. Pilatus ließ auch eine Aufschrift anfertigen und am Kreuz befestigen, die lautete: "Jesus von Nazaret, der König der Juden". Diese Aufschrift lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag; die Aufschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch geschrieben. Die Hohenpriester der Juden sagten zu Pilatus: Schreibe nicht: "Der König der Juden", sondern daß er gesagt hat: Ich bin der König der Juden! Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, bleibt geschrieben. Nachdem die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, so daß jeder Soldat einen Teil erhielt. Ebenso nahmen sie den Leibrock, der ohne Naht von oben her ganz durchgewebt war. Sie sagten zueinander: Wir wollen ihn nicht zerteilen, sondern um ihn losen, wem er gehören soll. So sollte sich die Schrift erfüllen: Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand. Dies führten die Soldaten aus. Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, dies ist dein Sohn. Dann sagte er zu dem Jünger: Dies ist deine Mutter. Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

Mk 15, 21-44; Lk 23 , 26.33-43; Joh 19, 16-27
Deutung zur Ikone

Im Zentrum des Bildes hängt der Sohn Gottes am Kreuz. Jesus scheint alles in seine Mitte hineinzuziehen.
Sein Leben ist mit seinem Blut aus dem Körper geflossen. Engel fangen es in Kelchen auf. Nach äthiopischer Legende fliegen sie damit über das Land, und überall dort, wo ein Tropfen zur Erde fällt, entsteht eine Kirche: Dort lebt Jesu Wirklichkeit neu.
Sein Blut, - und das heisst sein Leben und seine Hingabe - erreicht aber auch die Toten des Alten Bundes, die lange vor ihm gestorben sind. Im Hügel unter dem Kreuzesstamm ist symbolisch ein Schädel eingezeichnet: Er bezeichnet das Grab Adams.
Maria, die Mutter Jesu, Maria Magdalena, Maria, die Frau des Klopas und Johannes stehen unter dem Kreuz. Ihre Haltung zeigt eindrucksvoll die Gesten der Trauer in Äthiopien.

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